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Sensorsystem zur Sonderglas-Aussortierung

Binder+Co AG

Glasscherben aus der Altglassammlung werden als Sekundärrohstoff in der Glasherstellung eingesetzt. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Scherben aus hitzebeständigem Sonderglas neben organischen Substanzen, Keramik- und Metallteilen zu den größten Störstoffen in der Glasproduktion geworden sind. Die Schwierigkeit für die Glashersteller bestand vor allem darin, dass hitzebeständiges
Sonderglas bei den Temperaturniveaus in der Glasschmelze nicht oder nur ungenügend aufschmilzt und dadurch in den Folgeprozessschritten zu immer größeren Produktionsproblemen führte. Dabei waren die hitzebeständigen Sondergläser weder mit freiem Auge noch mit den bestehenden Sensorsystemen detektierbar.

Binder+Co entwickelte ein System, das auf dem Cut-Off-Effekt aufbaut, d.h. auf dem Prinzip der Absorption bestimmter Wellenlängen bei unterschiedlichen Glasqualitäten. So wurde ein Sensorsystem entwickelt, das es durch den gleichzeitigen Einsatz von Farb- und UV- Lichtsensoren möglich macht, Recyclingglas nach Farbe zu sortieren und gleichzeitig Sonderglasqualitäten (hitzebeständiges Glas) ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen auszuscheiden.

Der Einsatz des neuen, patentrechtlich geschützten Systems beschränkt sich aber nicht nur auf hitzebeständiges Glas. Binder+Co beschäftigt sich in einem Folgeprojekt bereits mit der Erkennung von Bleigehalten im Recyclingglas – eine neue technische Herausforderung, die durch eine EU-weite Verordnung erst im Laufe des Jahres 2008 entstanden ist. Der Nutzen dieser neuen Technologie besteht darin, dass höherwertige Glasqualitäten trotz Einsatz von Recyclingglasscherben erzeugt werden können (weniger Ausschuss) und gleichzeitig die Sicherstellung
eines störungsfreien Anlagenbetriebs (Werkzeugschäden durch nicht aufgeschmolzene Teile werden verhindert) und eine Verbesserung des ArbeitnehmerInnenschutzes (unbedenkliche, röntgenstrahlfreie Technologie als Sicherheitsaspekt) gewährleistet wird. Damit wird der maximale Einsatz von Recyclingglas in der Glasproduktion ermöglich.

Mit dieser Entwicklung hat die Binder+Co AG die führende Position im Glasrecyclingmarkt erfolgreich verteidigt. Das hat zur Folge, dass das Produktsegment Umwelttechnik einen Anteil von 40 bis 50% des Jahresumsatzes der Binder+Co AG beisteuern kann.